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Die Picatinny-Schiene NATO-Standard MIL-STD-1913

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Die Picatinny-Schiene (englisch Picatinny rail) ist eine nach NATO-Standard genormte, gezahnte Schiene zur schnellen und wiederholgenauen Montage von Zubehrteilen auf Schusswaffen. An ihr knnen beispielsweise Visiereinrichtungen, Nachtsichtgerte, Laseraufstze, taktisches Licht (engl. Taclight), Anbau-Granatwerfer und -Flinten, Kameras, Sturmgriffe, Erdsporne, Zwei- und Dreibeine, Trageriemen und -griffe, Bajonette, Patronenhalter oder Hlsenscke befestigt werden.

Geschichte

Als SWAT- und Spezialeinheiten begannen, eine immer grere Anzahl von Zubehrteilen wie Lichtquellen, Rotpunktvisiere oder Griffe an ihren Waffen zu montieren, wurde eine Standardisierung der Montage und Erhhung der Montagemglichkeiten notwendig. In den 1980er-Jahren entwickelte A.R.M.S. (Atlantic Research Marketing Systems) die Prinzipien der Weaver-Schiene, der weltweit ersten standardisierten Montageschiene, weiter, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.Spter entwickelte das Picatinny Arsenal mit dem Projektleiter Gary Houtsma das System weiter und setzte die Normierung um.

Am 3. Februar 1995 wurde die Spezifikation offiziell verabschiedet. Die Picatinny-Schiene wird offiziell als MIL-STD-1913 bezeichnet und wurde mit dieser Spezifikation in der NATO als STANAG 2324 bernommen

Technik

Die Norm definiert die Form und Abmessungen des Schienenkopfes und damit der eigentlichen Aufnahme fr das Zubehr. Die Schiene selbst ist 0,617? (15,67 mm) und der Schienenkopf 0,835? (21,20 mm) breit und entspricht in diesen Abmessungen weitestgehend der Weaver-Schiene.

Die in regelmigen Abstnden angeordneten, rechteckfrmigen Quernuten haben eine Breite von 0,208 Zoll (5,28 mm) und einen Mitte-zu-Mitte-Abstand von 0,394" (10,01 mm). Der Querschnitt der Schiene hat ungefhr die Form eines breiten „T“, so dass Visiereinrichtungen und hnliches von einem Ende hinaufgeschoben und befestigt werden knnen. Die Quernuten nehmen zum einen effektiv die Rckstokrfte durch die formschlssige Verbindung auf und verhindern so ein Wandern der angebauten Teile, und erlauben zum anderen eine Montage in verschiedenen Abstnden oder mehrerer Gerte hintereinander (beispielsweise die Kombination eines Nachtsichtgertes vor dem Zielfernrohr). Zur Vereinfachung der Montage und zur Erleichterung der Positionierung des Zubehrs sind die Nuten in der Regel nummeriert.[2]

Die Unterseite der Schiene ist nicht genormt, sondern muss der Kontur der Waffe angepasst sein, mit der sie in der Regel verschraubt ist. Typischerweise ist die Picatinny-Schiene direkt auf dem Gehuse der Waffe montiert, also dort, wo sich sonst eine Offene Visierung oder ein Zielfernrohr befinden.

Zunchst verfgten hauptschlich grokalibrige Gewehre ber eine Picatinny-Schiene; sie fand durch die Verbreitung von Nachtsichtgerten spter auch auf Sturmgewehren Verwendung. Heute wird sie auch zur Montage von Taclights, Lasern, Granatwerfern und anderen Zubehrteilen benutzt, so dass viele moderne Waffen zum Teil ber mehrere Schienen, auch am Vorderschaft, verfgen, wie zum Beispiel das HK416 oder das FN SCAR.

An nicht genutzten Teilen der Schiene kann ein Schienen- und Handschutz aus Kunststoff montiert werden. Dieser schtzt sowohl die Schiene vor Beschdigungen als auch die Hand vor den Kanten der Schiene und, bei sehr niedrigen und hohen Temperaturen, Klte und Hitze.
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